Ablauf der Dichtheitsprüfung

Wer muss was tun? Hilfe beim Ablauf der Dichtheitsprüfung.

Die Dichtheitsprüfung muss von einem anerkannten Sachkundigen durchgeführt werden. Andernfalls wird die Bescheinigung über die Dichtheit der Abwasseranlagen nicht anerkannt.
Die Art der Prüfung ist in den einschlägigen Regelwerken der DIN 1986 Teil 30 bzw. DIN EN 1610 geregelt.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat mit seinem Runderlass vom 31.03.2009 die Anforderungen, die an die Sachkunde zur Durchführung von Dichtheitsprüfungen zu stellen sind, festgelegt und erläutert.

Die Sachkundigen sind in einer landesweiten Liste zusammengefasst.

Reinigung vor der Prüfung
Die Reinigung erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Hochdruck-Spüldüsen. Diese können entweder über Revisionsschächte oder -klappen vom Grundstück her eingeführt werden und in Fließrichtung des Abwassers spülen. Eine Spülung ist auch vom Hauptkanal aus über spezielle kameraüberwachte Hochdruck-Satelliten-Spüllafetten möglich. Mit dem Hochdruckspülverfahren werden lose Verschmutzungen und auch die meisten Ablagerungen und Verfestigungen beseitigt.

Die optische Inspektion
Bei der optischen Inspektion wird eine Spezialkamera über einen Schacht auf dem Grundstück oder eine Revisionsöffnung im Gebäude in die Leitung eingesetzt. Je nach dem verwendeten technischen System wird sie dann an einem Glasfiberstab oder einem versteiften Kabel in die Leitungen eingeschoben oder sie ist in der Lage, die Leitungen mit einem eigenen Antrieb zu befahren. Die Kameraoptiken liefern hochauflösende Farbbilder aus der Abwasserleitung und werden von einem mobilen Steuerpult mit Monitor aus überwacht. Bei der optischen Inspektion werden der Zustand der Leitungen bzw. alle sichtbaren Schäden festgestellt. Die Ergebnisse der Untersuchung werden auf einem sogenannten Haltungsbericht festgehalten und auf einer DVD oder einem Video aufgezeichnet. Die Schadenauswertung lässt Rückschlüsse auf die Dichtheit des Kanals zu.

Drucklose Prüfung mit Wasser
Um eine Prüfung mit Wasser durchführen zu können, werden die Anschlusskanäle am öffentlichen Kanal mit einer Absperrblase verschlossen. Anschließend werden die Grundleitungen und der Anschlusskanal mit Wasser befüllt. Innerhalb einer bestimmten Zeit darf nur eine vorgeschriebene maximale Menge an Wasser verloren gehen bzw. an Wasser wieder hinzugegeben werden. Diese Wasserzugabe wird notiert und mit der zulässigen Wasserzugabe verglichen.

Druckprüfung mit Luft
Bei einer Druckprüfung mit Luft werden die Abwasserleitungen mit Luftdruck beaufschlagt. Bei dieser Prüfmethode werden vorher alle oberhalb der Geländeoberkante liegenden Anschlüsse, wie z. B. Regenfallrohre und Fallleitungen innerhalb des Hauses und der Anschluss am Hauptkanal mit Absperrblasen verschlossen. Im Gegensatz zur Prüfung mit Wasser wird hier mit Luftüberdruck gearbeitet. Auch bei der Druckprüfung mit Luft darf es dann in einer vorgeschriebenen Zeit nur einen geringen Druckabfall geben.
Welches Verfahren angewendet wird ist von der Grundstücksentwässerungsanlage abhängig.

Sanierung
Um defekte und undichte Abwasseranlagen zu sanieren gibt es viele verschiedene Sanierungsverfahren. Diese sind aufgeteilt in die Erneuerung, die Renovation und die Reparatur von Kanälen und Schächten. Zu den einzelnen Verfahren beraten wir Sie gerne.

Bei der Erneuerung werden die alten Leitungen und ggf. alten Schächte in offener Bauweise durch ein neues Leitungssystem ersetzt. Die Erneuerung des Anschlusskanals ist bei den Wirtschaftsbetrieben Duisburg zu beantragen, da im öffentlichen Bereich nur die Jahresvertragsunternehmer der Wirtschaftsbetriebe arbeiten dürfen.

Es kann jedoch auch eine grabenlose Sanierung erfolgen. Diese ist abhängig von der Art und Schwere der Schäden. Nicht jeder Schaden kann durch eine grabenlose Sanierung behoben werden. Beim Schlauchrelining wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch aus Polyesterfaser oder Nadelfilz mit Luft- oder Wasserdruck in die Leitung eingestülpt und aufgeweitet. Dieser Schlauchliner liegt dann an der Rohrwand überall dicht und bei sachgerechtem Einsatz und Einbau auch weitestgehend faltenfrei an. Es sind dabei in der Regel keine Aufgrabungen nötig, da diese Arbeiten vom Revisionsschacht bzw. -öffnung oder in speziellen Fällen vom Hauptkanal aus erfolgen.

Reparaturen werden nur bei einzelnen punktuellen Schäden eingesetzt. Auch Reparaturen können mittels spezieller Robotersysteme grabenlos durchgeführt werden.

Am unangenehmsten sind schadhafte Grundleitungen, welche in der Regel unterhalb der Bodenplatte liegen. Hier besteht die Möglichkeit die Grundleitungen aufzugeben und durch abgehängte Leitungen unter der Kellerdecke zu ersetzen.